Im März 2023 erlebte die Schweiz ein Banking-Drama ohnegleichen: Innerhalb weniger Tage stürzte eine der ältesten Banken der Welt ab. Die Credit Suisse Group AG, gegründet 1856, wurde von ihrer Erzrivalin UBS geschluckt — ein Deal, der ohne das Eingreifen von Bundesrat und Nationalbank vermutlich nie zustande gekommen wäre. Zwei Jahre später ist die Bank als eigenständiges Institut praktisch verschwunden.

Gegründet: 1856 · Sitz: Zürich · Übernommen von: UBS Group AG · Übernahmedatum: 12. Juni 2023 · Ehemaliger Name: Schweizerische Kreditanstalt

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Genauer Termin für vollständigen Markenabbau unklar
  • Exakte Auswirkungen auf internationale CS-Tochtergesellschaften noch nicht öffentlich
  • Langfristige Kundenintegration über März 2026 hinaus nicht abschließend definiert
3Zeitleisten-Signal
  • 19. März 2023: Deal vereinbart
  • 12. Juni 2023: Abschluss, Delisting
  • 1. Juli 2024: Rechtliche Fusion Schweiz
  • Bis März 2026: Kundenmigration abgeschlossen
4Wie es weitergeht
  • Integration bis Ende 2026 geplant
  • UBS erzielte 2023 Rekordgewinn von 29 Milliarden USD
  • Stellenabbau läuft weiter

Wem gehört Credit Suisse?

Die folgende Tabelle fasst die grundlegenden Eckdaten zur Übernahme zusammen.

Fact Detail
Rechtliche Form Aktiengesellschaft
Hauptsitz Zürich, Schweiz
Gründungsjahr 1856
Übernahmedatum 12. Juni 2023
Neuer Eigentümer UBS Group AG

Seit dem 12. Juni 2023 gehört die Credit Suisse Group AG vollständig zur UBS Group AG. Die Credit-Suisse-Aktie verschwand an diesem Tag von der Börse, delisted durch die SIX Swiss Exchange. Eine formelle Aktionärsabstimmung war nicht nötig — der Bundesrat hatte die Übernahme per Dringlichkeitsermächtigung durchgesetzt, um einen Konkurs und dessen Folgen zu verhindern.

Aktuelle Eigentümerstruktur

Die Credit Suisse Group AG ging als eigenständige juristische Person in der UBS Group AG auf. Die rechtliche Verschmelzung der operativen Schweizer Einheiten — Credit Suisse (Schweiz) AG und UBS Switzerland AG — erfolgte am 1. Juli 2024. Für ehemalige Credit-Suisse-Aktionäre blieb nach dem Deal praktisch nichts übrig: Ihre Aktien, die vor der Krise noch Milliarden wert waren, verloren fast vollständig an Wert.

Übernahme durch UBS

Der Deal wurde am 19. März 2023 unter Vermittlung von Bundesrat, Finma und Schweizerischer Nationalbank vereinbart. UBS zahlte 3 Milliarden Schweizer Franken — ein Betrag, der als symbolischer Kaufpreis galt, aber die eigentliche Last trugen Staat und Steuerzahler durch bereitgestellte Garantien.

Was das bedeutet

Die Credit Suisse existiert als eigenständiges Unternehmen nicht mehr. Was bleibt, ist ein operatives Geschäft, das unter dem Dach von UBS weitergeführt wird — allerdings mit sinkender Eigenständigkeit.

Ist die Credit Suisse bankrott?

Die Credit Suisse meldete nie formell Insolvenz an. Trotzdem war der Zusammenbruch im März 2023 faktisch nicht mehr abzuwenden. Die Bank verlor massiv Einlagen — allein in der zweiten Märzwoche flossen laut Berichten dutzende Milliarden Franken ab. Die SNB musste eingreifen und stellte der UBS bis zu 200 Milliarden Franken Liquidität bereit, um eine geordnete Übernahme zu ermöglichen.

Finanzkrise 2023

Die Krise der Credit Suisse war nicht das Ergebnis eines einzelnen Tages. Jahrelange Verluste, Skandale um Greensill Capital und die sogenannten „Tuna Bonds”, sowie ein ramponierter Ruf hatten das Vertrauen von Investoren und Kunden systematisch erodiert. Als die Silicon Valley Bank in den USA kollabierte, verloren internationale Anleger endgültig das Vertrauen in angeschlagene Banken.

Rettung durch UBS

Der Bundesrat verabschiedete am 19. März 2023 ein Massnahmenpaket, das eine Staatsgarantie von bis zu 9 Milliarden Franken für UBS umfasste. Diese Garantie wurde am 9. Juni 2023 formal unterzeichnet und sollte Verluste ab 5 Milliarden abdecken. UBS kündigte die Garantie jedoch bereits am 11. August 2023 — die Risikoeinschätzung nach der Übernahme fiel besser aus als erwartet.

Warum das relevant ist

Der Staat hat sein primäres Ziel erreicht: Den Finanzplatz stabilisieren, ohne selbst belastet zu werden. Die 9-Milliarden-Garantie wurde nie beansprucht.

Existiert die Credit Suisse heute noch?

Als eigenständige Bank existiert die Credit Suisse nicht mehr. Die rechtliche Fusion der Schweizer Tochter mit UBS Switzerland AG am 1. Juli 2024 besiegelte das Ende als separates Institut.

Markenstatus nach Übernahme

Die Credit-Suisse-Marke wird seit der Übernahme nicht mehr aktiv beworben. Einzelne Direct-Banking-Produkte bestanden noch unter dem alten Namen, werden aber mittlerweile auf UBS-Systeme migriert. Ein konkreter Endtermin für den vollständigen Markenabbau ist offiziell nicht festgelegt.

Integration in UBS

Die Migration der Schweizer Credit-Suisse-Kunden auf UBS-Systeme begann 2025 und soll bis März 2026 abgeschlossen sein. Die vollständige Integration des operativen Geschäfts ist für Ende 2026 geplant. International gibt es noch vereinzelte CS-Niederlassungen, die schrittweise in UBS-Strukturen überführt werden.

Die Integration verläuft schneller als ursprünglich erwartet, doch der vollständige Markenabbau bleibt ein langfristiger Prozess mit ungewissem Endtermin.

Wie hieß die Credit Suisse früher?

Die Credit Suisse trug bis in die 1990er Jahre den Namen Schweizerische Kreditanstalt (SKA). Die Umbenennung in Credit Suisse erfolgte im Zuge der Internationalisierung und der Expansion an globale Finanzmärkte. Mit 167 Jahren Geschichte zählte die Bank zu den ältesten Finanzinstituten der Schweiz.

Gründung und Namensänderungen

Gegründet 1856 in Zürich, begann die Credit Suisse als klassische Geschäftsbank für Schweizer Handel und Industrie. Im 20. Jahrhundert expandierte das Institut international, particularly in den 1990er Jahren, als die Umbenennung in Credit Suisse auch eine Neuausrichtung auf Investment Banking und Vermögensverwaltung signalisierte.

Schweizerische Kreditanstalt

Der historische Name SKA steht für eine Ära, in der Banken noch primär als Stabilisatoren der nationalen Wirtschaft galten. Diese Rolle änderte sich mit der Internationalisierung grundlegend — und damit auch die Risikoprofile, die letztlich zur Krise 2023 beitrugen.

Fazit: Die Credit Suisse Group AG gehört seit Juni 2023 vollständig zur UBS Group AG. Die Bank verschwand als eigenständiges Institut, die Marke wird abgebaut. Eine vollständige Integration soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Was ist der größte Skandal bei der Credit Suisse?

Die Credit Suisse war über Jahre in mehrere Finanzskandale verwickelt. Zu den gravierendsten gehörten die Investments in die insolvente Greensill Capital sowie die Affäre um die „Tuna Bonds” — Wertpapiere, die mit Thunfischfanglizenzen besichert waren und erhebliche Verluste verursachten. Diese Vorfälle untergruben das Vertrauen und beschleunigten den Vertrauensverlust, der 2023 in den Zusammenbruch mündete.

Bekannte Vorfälle

Neben Greensill und Tuna Bonds beschäftigten auch рублей und weitere Bilanzierungsskandale die Bank. Jeder neue Vorfall reduzierte das ohnehin angeschlagene Vertrauen weiter — besonders bei institutionellen Investoren und vermögenden Privatkunden.

Auswirkungen auf Krise

Die Akkumulation von Skandalen war kein direkter Auslöser der März-Krise 2023, aber sie schuf das Fundament für den Vertrauensverlust. Als dann die Silicon Valley Bank kollabierte und globale Anleger plötzlich alle Banken mit erhöhtem Risiko unter die Lupe nahmen, fiel die Credit Suisse besonders auf — und Kunden zogen massenhaft Einlagen ab.

Die Skandale ein systemisches Muster: Jahrelange Governance-Probleme ermöglichten riskante Geschäfte, die letztlich den Zusammenbruch beschleunigten.

Zeitlinie: Die letzten Jahre der Credit Suisse

1856Gründung als Schweizerische Kreditanstalt
1990erNamensänderung zu Credit Suisse
März 2023Ausbruch der Krise, Einlageabflüsse beschleunigen sich
19. März 2023UBS und Credit Suisse vereinbaren Übernahme, Bundesrat sichert Garantien zu
14. April 2023US-Fed genehmigt Übernahme der US-Tochter
12. Juni 2023Übernahme offiziell abgeschlossen, CS-Aktie delisted
11. August 2023UBS kündigt Verlustgarantie des Bundes vorzeitig
1. Juli 2024Rechtliche Fusion Credit Suisse (Schweiz) AG mit UBS Switzerland AG
Bis März 2026Migration Schweizer CS-Kunden auf UBS-Systeme abgeschlossen

Bestätigt und unklar

Drei Datenpunkte lassen sich mit hoher Sicherheit belegen — die Übernahme durch UBS, der Kaufpreis von 3 Milliarden Franken und das Datum der rechtlichen Fusion in der Schweiz.

Bestätigte Fakten

  • Übernahme durch UBS am 12. Juni 2023 abgeschlossen
  • Kaufpreis betrug 3 Milliarden CHF
  • Bundesgarantie von maximal 9 Milliarden CHF bereitgestellt
  • SNB stellte bis zu 200 Milliarden CHF Liquidität bereit
  • Rechtliche Fusion in der Schweiz am 1. Juli 2024
  • UBS erzielte 2023 Rekordgewinn von 29 Milliarden USD
  • AT1-Anleihen im Wert von 17 Milliarden USD abgeschrieben

Unklare Punkte

  • Exakter Zeitplan für vollständigen Markenabbau
  • Detaillierte Zahlen zu Stellenabbau post-2023
  • Aktuelle Entwicklungen bei AT1-Rechtsstreitigkeiten
  • Vollständige Auswirkungen auf internationale Töchter

Stimmen zur Übernahme

Der Bund hat damit sein Ziel erreicht, eine Übernahme der Credit Suisse zu ermöglichen und damit den Finanzplatz zu stabilisieren, ohne den Staat zu belasten.

Eidgenössisches Finanzdepartement (Offizielle Regierungsstelle)

UBS hat heute die Akquisition der Credit Suisse formell abgeschlossen und einen wichtigen Meilenstein erreicht.

UBS (Unternehmensmitteilung)

Das bedeutet, dass die Bankenkrise, die wir in den letzten Wochen erlebt haben, eher ein neues Kapitel aufgeschlagen hat, als dass sie ihr Ende erreicht hat.

— Russ Mould, AJ Bell Investment Director

Was Anleger wissen sollten

Die AT1-Anleihen der Credit Suisse im Wert von 17 Milliarden USD wurden bei der Übernahme als wertlos abgeschrieben. Dieser Schritt löste internationale Rechtsstreitigkeiten aus — Aktionäre verlorenMilliarden, während UBS von der Übernahme profitierte.

Was bleibt

Die Credit Suisse Group AG ist Geschichte. Was als eine der tragenden Säulen des Schweizer Finanzplatzes begann, endete 2023 als Übernahmekandidat einer Rivalin. Für UBS brachte der Deal einen Rekordgewinn von 29 Milliarden USD im Jahr 2023 — mehr als das Dreifache des Vorjahresergebnisses. Für Investoren und AT1-Anleihegläubiger bedeutete der Zusammenbruch hingegen totale Verluste.

Für Schweizer Bankkunden ist die Botschaft klar: Die Migration auf UBS-Systeme läuft, bis März 2026 sollen alle Schweizer Credit-Suisse-Kunden übertragen sein. Wer heute noch Credit-Suisse-Produkte nutzt, sollte sich auf eine schrittweise Überführung gefasst machen — oder aktiv bei UBS nach dem aktuellen Stand fragen.

UBS übernahm mit der Credit Suisse nicht nur Vermögenswerte, sondern auchzilla. Der Rekordgewinn 2023 zeigt: Die Riskoübernahme durch den Staat ermöglichte UBS einen der profitabelsten Deals der Bankengeschichte.

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Die UBS übernahm die Credit Suisse im März 2023 unter enormem Regulierungsdruck, wobei Datum, Preis und Kontenintegration entscheidend waren.

Häufig gestellte Fragen

Was war die Credit-Suisse-Krise?

Die Credit Suisse befand sich ab Mitte März 2023 in einer akuten Vertrauenskrise. Massive Einlageabflüsse, jahrelange Verluste und mehrere Finanzskandale hatten das Vertrauen von Investoren und Kunden zerstört. Der Zusammenbruch konnte nur durch die notfallmäßige Übernahme durch UBS verhindert werden.

Warum wurde Credit Suisse von UBS übernommen?

Der Bundesrat, die Finma und die SNB vermittelten den Deal, um einen Konkurs der Credit Suisse zu verhindern. Ein Zusammenbruch hätte den Schweizer Finanzplatz destabilisiert und potenziell Milliarden an Einlagen gefährdet. UBS übernahm die Bank für 3 Milliarden CHF, gestützt durch staatliche Garantien.

Was passiert mit Credit-Suisse-Kunden?

Die Migration der Schweizer Kunden auf UBS-Systeme began 2025 und soll bis März 2026 abgeschlossen sein. Kunden werden schrittweise auf UBS-Konten und -Plattformen umgestellt. Bestehende Verträge bleiben grundsätzlich gültig, werden aber unter UBS-Namen weitergeführt.

Gibt es noch Credit-Suisse-Online-Banking?

Das frühere Credit-Suisse-Online-Banking wird nicht mehr angeboten. Kunden wurden oder werden auf UBS-Plattformen migriert. Wer noch keinen Zugang zu einem UBS-Konto hat, sollte sich an den UBS-Kundendienst wenden, um die Übertragung einzuleiten.

Welche Folgen hat die Übernahme?

Für den Schweizer Finanzplatz stabilisierend — der Staat musste die 9-Milliarden-Garantie nie beanspruchen. Für UBS lukrativ — Rekordgewinn 2023. Für ehemalige Credit-Suisse-Aktionäre und AT1-Anleihegläubiger katastrophal — totale Wertverluste.

Wo finde ich Credit-Suisse-historische Berichte?

Historische Finanzberichte der Credit Suisse sind über die UBS-Website archiviert. Die offizielle Microsite zur Übernahme bietet aktuelle Informationen zum Stand der Integration und Links zu historischen Dokumenten.

Was sind bekannte Skandale der Credit Suisse?

Die Bank war in mehrere Vorfälle verwickelt: Greensill Capital (Insolvenz mit CS-Beteiligung), die „Tuna Bonds”-Affäre (thunfischbesicherte Wertpapiere), Bilanzierungsskandale und weitere Verluste. Diese Akkumulation von Skandalen trug zum Vertrauensverlust bei, der 2023 in den Zusammenbruch mündete.